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ZURUECK ZUM HAUPTMENUE

--- News und Berichte --- 

 

Nr.VII: Australien III

19.06.2008 (Katherine) bis 07.12.2008 (Perth)

 

05.12.2008, Perth (West Australien): Frühmorgens rollen wir noch bei Dunkelheit aus Carnarvon hinaus. Wir rechnen mit Gegenwind, aber wieder haben wir Glück - erst nachmittags müssen wir gegen unseren unsichtbaren Feind strampeln. Flott kommen wir voran, das ist auch unser Ziel, denn die Strecke ist öde: Buschland und alle 100 bis 200 Kilometer ein Roadhouse. Gut motiviert, bald den Süden zu erreichen, schaffen wir 480 Kilometer in drei Tagen (siehe die längsten Tagesetappen - Zeit - bei den Superlativen) und kommen zwei Tage früher als geplant in den grössten Ort, seit wir die Ostküste verlassen haben: Geraldton. Die Stadt hat ein hübsches Zentrum, eine schöne Strandpromenade und tolle Strände. Und da wir bei einer netten Gastfamilie wohnen, machen wir drei Tage blau bzw. buchen endlich einen Flug - und zwar nach Indien… Richtig, wir haben unsere Pläne geändert und gehen Asien andersrum an. Nächstes Highlight auf der Strecke: die Pinnacles. Diese schönen Kalksteinformationen im Sand liegen nicht direkt auf der Strecke, aber der Umweg lohnt sich! Wir spazieren und radeln einen ganzen Nachmittag lang durch die bizarre Landschaft mit ihren kleinen und grossen Kalktürmen, die aus dem Sand ragen. Abends zelten wir am Rande des Nationalparks im „Spinnencamp“, mitten im Gebüsch mit unzähligen Spinnennetzen und deren Bewohnern um uns herum. Von der Küste weg fahren wir weiter in Richtung Osten, ein weiterer Umweg für eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit: New Norcia, ein altes Benediktinerkloster bzw. ehemalige Mission. Mitten im Farmland stossen wir auf europäische Architektur aus dem 19. Jahrhundert. Kirche, Kapelle, grosse Wohngebäude, dazwischen schattige Parkanlagen. Wir zelten auf dem Fussballfeld gegenüber, wo wir uns neben ein Wohnmobil und einen Wohnwagen stellen. Neu geknüpfte Freundschaften lassen uns einen fröhlichen Abend verbringen, bevor es am nächsten Tag weiter nach Süden geht. Aus ist es mit der flachen Landschaft, seitdem wir von der Küste weg sind, radeln wir durch eine sehr hügelige Gegend. Das stört uns eigentlich nicht, denn wir sind froh, wieder einmal „Aussicht“ geniessen zu dürfen. Wir sehen unsere letzten Kängurus und viele Emus mitten in der Weingegend vor Perth (Chittering Valley, Swan Valley), die uns stark an Südafrika erinnert. Die letzten Kilometer in die Innenstadt von Perth kämpfen wir mit Gegenwind, doch das Ziel ist schon in Reichweite. Wieder ein Kontinent gemeistert! Wir machen eine Foto-Session vor dem „Swan Bell Tower“, dem neuen Wahrzeichen von Perth. Dann rollen wir noch einige Kilometer zu unserer Gastfamilie, die uns vorigen Jänner „good-bye“ gewunken hat, als wir mit der Australien-Runde starteten. Die nächsten Tage werden wir mit Räder „restaurieren“, Sachen sortieren, Wäsche waschen, Homepage aktualisieren und eventuell etwas ausruhen verbringen, bevor wir am 7. Dezember an den Suedzipfel Indiens, nach Trivandrum fliegen...

   

  


18.11.2008, Carnarvon (West Australien): Bei Dunkelheit verlassen wir Karratha und beginnen nach Südwesten zu rollen. Generell weht der Wind um diese Jahreszeit aus dem Südwesten und das mit bis zu 40 km/h. Doch heute soll es anders sein. Laut Vorhersage gibt es Nordwind, das wollen wir ausnutzen. Sobald wir in den „North West Coastal Highway“ einbiegen, weht uns eine steife Brise auf den Hinterkopf. Die Vorhersage hatte recht! Ein Wunder? Egal, wir fahren und fahren und fahren und versuchen den Tag so gut wie möglich auszunutzen und erreichen zum fünften Mal auf der gesamten Reise die 200-Tageskilometer Marke - es ist auch einer der Tage mit den längsten Fahrzeiten (siehe Superlative)! Komplett K.O. schlagen wir das Zelt versteckt neben der Strasse auf. Auch am nächsten Tag ist der Wind noch einigermassen auf unserer Seite und dreht erst spät gegen uns. Danach ist wieder alles so wie es sein soll. Gegenwind, der bereits in den frühen Morgenstunden weht und am Nachmittag fast „unfahrbar“ stark wird. Wir kämpfen uns durch endloses Buschland zu dem kleinen Ort Coral Bay. Eine künstliche Oase in der trockenen Steppenlandschaft. Türkisfarbenes Wasser, Korallenbänke in der Bucht... wow! Wir schnorcheln und sehen Rochen, bunte Fische, schillernde Korallen. An einem Tag unternehmen wir eine Bootstour weiter hinaus und schwimmen mit Mantarochen, der grössten Rochenart der Welt und sehen Riffhaie. Wieder auf der Strasse plagt uns der Gegenwind für weitere zwei Tage. Highlight am langsamen Weg durch das Buschland ist das Überfahren des Südlichen Wendekreises, und wir erreichen nach langen Etappen Carnarvon. Hier werden wir von Chris, ebenfalls ein Radfahrer, aufgenommen und verbringen zwei nette Tage in dem freundlichen Örtchen, bevor es wieder hinaus in den Wind geht...

  

 

  


07.11.2008, Karratha (Western Australia): Wir verlassen Broome in bruetender Mittagshitze. Wieder am Rad sind die Arktis und Europa ploetzlich weit weg. Wir sind zurueck -  auf Reisen. In der ersten Nacht rollt ein Gewitter auf uns zu und verfehlt uns nur um Haaresbreite. In anderen Naechten schnueffeln Kuehe um unser Zelt, und wir versuchen sie in stockfinsterer Nacht zu vertreiben. Wir rollen durch oedes, flaches Busch- und Grasland. Die Sonne knallt vom blauen Himmel, es ist bis zu 40 Grad heiss, Millionen Fliegen treiben uns fast in den Wahnsinn, die Distanzen zwischen 'Roadhaeusern' sind bis zu 200 Kilometer lang und der (spaetestens) mittags einsetzende Gegenwind bremst uns manchmal auf unter 10 km/h herunter. Wieder sind „fruehe Starts“ unsere Taktik. Wir stehen um 3 Uhr auf und sitzen um 4 Uhr bereits auf den Raedern. In der Nacht ist es kuehl, es gibt keine Fliegen, es weht kein Wind und landschaftlich versaeumen wir hier wenig. Wir stoppen bei einer Wassermelonenfarm. Der Besitzer ist ein Bekannter von Peter und Lorna aus Broome und wir werden bereits erwartet. Wir bekommen ein kleines Haeuschen (mit Klimaanlage) und Grahame, der Manager, zeigt uns die 50 ha grosse Farm, auf der 12 Arbeiter taeglich 40 bis 60 Tonnen Melonen ernten, und unternimmt mit uns einen Ausflug an die fantastische Kueste. Nach sechs Tagen auf der Strasse erreichen wir den Bergbauort Port Hedland. Die Haeuser sind ueberzogen von roetlichem Staub und die Bergbau- und Hafenanlage dominiert die Siedlung. Bei Valeskas Rad ist das hintere Radlager auf der Fahrt kaputt gegangen. Es war noch moeglich hierher zu kommen, jetzt ist allerdings Schluss. Im Ort gibt es keinen Ersatz und auch in den Nachbarsstaedten  Broome (etwa 600 Kilometer Richtung Nordosten entfernt) und Karratha (etwa 240 Kilometer nach Westen) gibt es kein passendes Rad. Wir lassen also eines aus Perth (etwa 2.000 Kilometer entfernt) kommen. Zum Glueck konnten Freunde uns das „managen“, sonst haette es noch laenger gedauert. Wir harren vier Tage in Port Hedland aus, bevor es weiter nach Westen geht und wir nach zwei langen, windigen Tagen Karratha erreichen und bei David Quartier bekommen. Wir fahren mit seinem Boot zu vorgelagerten Inseln, geniessen die tollen Straende, „Skurfen“ hinter dem Boot, „chillen“ abends in seinem „Swimmingpool“ und gehen danach zum Rasen-Bowling. Die Raeder sind wieder bepackt, Lebensmittel fuer sechs Tage auf der Strasse geladen, 15 Liter Wasser an Bord, wir sind bereit für die naechste Etappe nach Suedwesten...

   

  


21.10.2008, Broome (West Australien): Nach zwei Arbeitsmonaten als Guides auf Expeditionsreisen um Spitzbergen und in Ost-Grönland, und einem kurzen Stop in Österreich, um Familie und Freunde zu sehen, sind wir wieder zurück in Broome. Bis zu 40 Grad Lufttemperatur erwarten uns und der Wind pfeift mit bis zu 30 km/h aus Südwest – das bedeutet für unser Weiterfahren Gegenwind. Es ist wolkenlos, das Meer ist 30 Grad warm und die Strände fantastisch! Wir schrauben an unseren Rädern, kaufen Lebensmittel für die Weiterfahrt und versuchen uns wieder an die Hitze zu gewöhnen und den Jet-lag zu überwinden. Mit unseren Gastgebern Lorna, Peter, Scott und Hund Barney sitzen wir am Strand und genießen die schönen Sonnenuntergänge. Wir haben gepackt und die Ketten geölt – morgen sind wir wieder auf der Straße – über 600 Kilometer sind es bis zum nächsten Ort – dazwischen gibt es zwei Roadhäuser...

  

 


05.09.2008, Ittoqqortoormiit (Groenland): Nach drei tollen Reisen um Svalbard (Spitzbergen) und vielen Landgaengen und Wanderungen, setzen wir nach Groenland ueber. Auf der Ueberfahrt werden wir von schwerer See begruesst, doch nach zwei langen Tagen erreichen wir Ostgroenland. Den gesamten September werden wir als Guides in den groessten Fjordsystemen der Welt verbringen – Kaiser Franz Josef Fjord, Scoresbysund,… Riesige Eisberge, Wanderungen in der Tundra, die hoechsten Berge Groenlands und Nordlichter erwarten uns. Herrlich :-)

 

  

 

 

 

 


 

03.08.2008, Longyearbyen (Spitzbergen, Svalbard): Am Weg nach Westen haben wir entschieden, eine zweimonatige Radpause einzulegen, um unserer Reisekasse aufzubessern. Wie auch in den vergangenen Jahren bietet uns der Arktis/Antarktis Spezialist „Oceanwide Expeditions“ (www.oceanwide-expeditions.com) an,  uns in die Arktis zu fliegen und uns dort als Guides (Fremden- und Wanderführer) auf Expeditionsfahrten mit kleinen Schiffen (50 Passagiere) anzustellen. Wir sagen zu. Nach ein paar gemütlichen Tagen in Broome fliegen wir mit einem Zwischenstop in Österreich, wo wir Familie und Freunde sehen bzw. unsere T-Shirts und Sandalen gegen Fleecejacken und Bergschuhe tauschen, nach Spitzbergen auf 78 Grad Nord. Hier haben wir die Jahre vor der Radweltreise gelebt und es ist ein schönes Gefühl „nach Hause“ zu kommen (siehe auch www.philipp-schaudy.net). Gletscher, Vögel, Eisbären und Temperaturen knapp über null Grad begrüßen uns. Unsere ersten Fahrten führen uns in 10-tägigen Touren rund um den Archipel. Im September setzen wir über nach Ostgrönland...

 

  

 

   

 

 

 


 

18.07.2008, Broome (West Australien): Wir verlassen Katherine in Richtung Westen. Es dauert nicht lange und wir treffen einen Solo-Radler bei einem Rastplatz. Paul ist von Melbourne aus unterwegs einmal rund um Australien (siehe getroffene Radler). Wir radeln den Tag gemeinsam, kampieren abends zusammen. Wir (Valeska und Philipp) wollen in Folge die „Gibb River Road“ fahren – eine lange Piste durch die Kimberleys (um die 800 Kilometer – incl. allen Abstechern), mit nur zwei Roadhaeusern als Versorgungsmoeglichkeit an der Strasse. Fuer die Australier eine Art „last frontier“ (d.h. das Ende der besiedelten Welt). Paul wollte erst den Highway nehmen, aber beschliesst dann sich uns anzuschliessen. In Kununurra, dem letzten Ort bevor es in den Schotter geht, bunkern wir Lebensmittel fuer 10 Tage und senden (mit einer Touristengruppe) Futter fuer weitere 10 Tage zu einem Roadhouse in der Mitte der Strecke. Kaum haben wir den Asphalt verlassen, erwarten uns Sand, Wellblech und vor allem Staub. Freundlich winken Fahrer und Beifahrer, wenn sie in ihren 4X4-Fahrzeugen an uns vorbeidonnern, uns in eine dicke orange Wolke huellen und uns Steine bis an den Kopf schleudern. 90% aller Fahrzeuge bremsen keinen km/h herunter, wenn sie an uns vorbei fahren. Das Verhalten auf der Strasse schwaecheren Verkehrsteilnehmern gegenueber ist in ganz Australien (wie schon oefter erwaehnt) sehr ruepelhaft. Hier am Schotter ist es am schlimmsten. Unverstaendlich! Zum Glueck nimmt die Verkehrsdichte ab. Die Piste selbst ist oft muehsam und wir hoppeln langsam dahin. Die Natur um uns laesst uns allerdings jede Strapaze vergessen. Flaschenbaume neben der Strasse, Huegel und Felswaende in rot-orange. Fast taeglich kommen wir an Schluchten vorbei bzw. machen wir Abstecher dorthin. Steile Waende, klares sprudelndes Wasser, gesaeumt von Palmen. Es sind kleine Oasen im heissen, trockenen Nordwesten Australiens. Wasserbecken laden zum Schwimmen und Abkuehlen ein und Wasserfaelle massieren unsere Schultern. Oft sind wir voellig alleine, schwimmen lange die Schluchten entlang und entdecken wunderschoene Winkel. Wir zelten an kleinen Baechen, die ebenfalls Wasser fuehren, neben Palmen, springen zum Ausklang des Tages noch einmal ins Wasser und sitzen abends lange am wearmenden Lagerfeuer, da es nachts bis auf wenige Grade ueber null abkuehlt. Suesswasserkrokodile (sind fuer Menschen ungefaehrlich, sagt man) soll es in den meissten Fluessen geben, wir sehen jedoch nur einmal welche in einer huebschen Schlucht, weit ab der Hauptroute. Oft muessen wir Fluesse furten, was meisst kein Problem ist, ausser wenn bekannt ist, dass es in dem Fluss Salzwasserkrokodile (die fressen alles und jeden) gibt. Aber wir sehen keine und die fraglichen Fluesse liegen bald hinter uns. Ausgesprochen viele Schlangen treffen wir auf dieser Strecke an, allerdings verziehen sie sich schnell ins Gestruepp, nach langen Schrecksekunden (v.a. fuer Valeska) bevor wir sie identifizieren koennen. Wir nehmen uns fuer die Strecke viel Zeit, fahren zu fast jeder Schlucht und geniessen unsere phantastischen Zeltplaetze, Lagerfeuer und die vielen Fluesse. Von Paul trennen wir uns nach 13 netten gemeinsamen Tagen, als er einen Ruhetag einlegt und in seinem eigenen Rhythmus weiterfaehrt. Wir treffen noch weitere Radler (siehe getroffene Radler) und seit langem die ersten anderen lustigen Reisenden (siehe andere Vehikel). Nach insgesamt 16 Tagen und 800 Pistenkilometern (siehe Superlative) spueren wir wieder Asphalt unter den Raedern und wir erreichen voellig mit rotem Staub paniert den kleinen Ort Derby. Nach einem Tag Pause rollen wir weiter, 230 Kilometer nach Broome. Der Ort hat 14.000 Einwohner. Zur Zeit sind ueber 30.000 Menschen hier. Jeder Tag hat um die 30 Grad, seit Wochen gibt es schon keine Wolke am Himmel, die Straende sind weiss und das Wasser tuerkis. Hochsaison. Wir kampieren in perfektem Schatten im Garten unseres freundlichen Gastgebers Peter und seiner ebenso netten Frau Lowna und geniessen das sommerliche Flair (im Winter) der Stadt...

 

 

  

 

 

 

  

 


19.06.2008, Katherine (Northern Territory): Es ist eine relativ kurze Fahrt von Mt. Isa zur Grenze zwischen Queensland und dem Northern Territory - von endloser Weite ins weite Nichts. Weder Fruechte noch Nuesse noch Tiere duerfen wegen der Quarantene-Bestimmungen vom einen in den anderen Bundesstaat mitgenommen werden. Wie wild versuchen wir vor dem Grenzuebertritt die hunderten Fliegen, die wie irr um unsere Koepfe surren,  abzuschuetteln, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Vergeblich! Die Mitnahme von Fliegen wird hier offensichtlich geduldet - sie bleiben bei uns und niemand will sie uns wegnehmen. Das Land ist flach und sieht trostlos aus. Kein Baum, kein Strauch, nur trockenes Grasland so weit das Auge reicht. Kuehe glotzen uns daemlich an und beginnen hinter den Zaeunen mit uns mit zu galoppieren. Wenigstens eine Abwechslung auf den ewig scheinenden und wirklich etwas langweiligen Kilometern. Bei Three Ways (ein Roadhouse) erreichen wir den Steward Highway und  aendern unsere Fahrtrichtung von West auf Nord. Schnell beginnen immer dichter werdendes Buschland und lichte Waelder. Obwohl man nicht mehr so weit blicken kann, tut die gruene Mauer aus Bueschen und Baeumen neben der schnurgeraden Strasse gut. Kaum haben wir das Farmland verlassen, sind wir mit einem Schlag auch die Fliegen los. Ein Wunder! Seit Tagen koennen wir endlich ohne Fliegennetz fahren und essen. Es liegt nur ein Ort auf unserer Strecke: Elliott. Es ist eine Aboriginal Siedlung, die recht heruntergewirtschaftet wirkt. Wir sind gezwungen im ueberteuerten Geschaeft fuer die naechsten Tage einzukaufen - dieselben Produkte, doch bis zu 10 Mal teurer als in Supermaerkten! Kinder winken, die Leute sind freundlich und wir unterhalten uns ueber unsere Reise. Im Gegensatz zu den "Grauen Nomaden" (siehe letzter Eintrag), denen nach "Woher?", "Wohin?" und "Wie viele platte Reifen?" schon nichts mehr zum Fragen einfaellt, sind die  Gespraeche mit den australischen Ureinwohnern fruchtbarer und wir werden nach Kampieren im Busch, wie wir die Fliegen wegbekommen und dem staendigen Wasserproblem gefragt. Im Gegenzug erfahren wir, wo wir das naechste Wasser finden, wie weit es wohin ist und worauf wir beim Zelten achten sollen. Diese Leute koennen sich offensichtlich viel besser in unsere Situation versetzen als Oma und Opa im Riesencamper, fuer die wir nur Billig-Reisende und viel zu "gruen" sind. Unterwegs treffen wir ein belgisches Radlerpaerchen, das von China aus nach Neuseeland unterwegs ist (siehe getroffene Radler) - gegen den Wind. Wir haben am  Weg nach Norden taeglich mehr oder weniger starken Rueckenwind. Obwohl es Winter ist sind die Temperaturen hoch (um die 30 Grad) und die Sonne versucht uns aus dem Sattel zu brutzeln. Die UV-Strahlung ist hier extrem aggressiv und trotz mehrmaligem Einschmieren mit Faktor 30+ ist es kaum auszuhalten. Wir beschliessen uns bei naechster Gelegenheit etwas Langaermeliges zum Radeln zu besorgen. In Mataranka stoppen wir und baden einen Nachmittag lang in den warmen Quellen - ein Bach, dessen warmes, klares Wasser langsam durch einen gruenen Oasendschungel fliesst. Es ist herrlich! Am naechsten Tag geht es nach Katherine, wo wir von Claire und Marc herzlich aufgenommen werden. Ein grandioser Ausflug fuehrt uns in die Katherine Schlucht, wo wir zu Wasserloechern wandern, dabei ein paar mal durch den Fluss schwimmen (in dem wir Krokodile sehen – Suesswasserkrokodile, also ungefaehrlich) und am fruehen Nachmittag noch eine Bootstour machen. Philipps Rad braucht wieder etwas mehr Aufmerksamkeit und muss repariert werden. Wir bunkern Lebensmittel fuer die naechste Etappe und ueberlegen unsere weiteren Schritte in Australien und dem Rest der Welt...